Zur Geschichte der Kirche Oberdorf

Ausgrabungen deuten darauf hin, dass bereits im 8. Jahrhundert an Stelle der heutigen Gnadenkappelle eine kleine Saalkirche bestand. Gemäss den Statuten des St. Ursenstiftes von 1327 übernahm der Stiftspropst von Solothurn bereits seit 740 die Seelsorge in Oberdorf. Für 1420 ist ein stark vergrösserter, der Jungfrau Maria geweihter Neubau bezeugt.

 

Das heutige Gnadenbild, eine sitzende Muttergottes mit Kind, dürfte auf diese Zeit des Kirchenneubaus zurückgehen. Die Kirche, wie sie heute dasteht, wurde im Jahr 1604 vom lombardischen Baumeister Antonio Gallo erbaut. Das Grundkonzept war einfach: Erbaut wurde eine grosse Saalkirche mit einem geräumigen Chor im Süden und zwei kleinen Seitenkapellen links und rechts vor dem Chorbogen, dazu noch eine Sakristei. Die vorher bestehende alte Kirche, deren Chor im Osten lag, wurde dabei in den Neubau integriert und wurde zur Gnadenkapelle. Ursprünglich war die Kirche von Gallo nur mit einer flachen Decke ausgestattet. Erst das Wirken der Gebrüder Schmutzer, der Genies des süddeutschen Wessobrunner Barocks, brachte 1676 die entscheidende Veränderung in der Ausstattung des Inneren. Die Stuckaturen, welche Michael Schmutzer mit seiner Equipe in Oberdorf vollbracht hat, gehören zum schönsten Hochbarock der Schweiz. Sowohl die Gnadenkapelle wie auch der Chor der Kirche sind noch reicher ausgeschmückt und sind so vom künstlerischen Konzept her als die beiden vornehmsten Orte des Gotteshauses gekennzeichnet. Die Kirche ist mit einer eindrücklichen Kanzel, reich mit Altären und mit vielen Bildern ausgestattet, die die Ausstattung einer «normalen» Pfarrkirche bei weitem übersteigt.

 

Dank der 1955–1957 erfolgten umfassenden Restaurierung der Wallfahrtskirche wurden die als störend empfundenen Elemente des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entfernt und der hochbarocke Kirchenraum wiederhergestellt.


Innenrestaurierung

Kirche Maria Oberdorf (SO)

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